English

Der  Hof  Ludwigs XIV.

in  seiner  Spätzeit  nach  Le Brun

Wilhelm Weigand, Der Hof Ludwigs XIV. nach den Memoiren des Herzogs von Saint-Simon

in  rotem  Maroquin

Saint-Simon – Weigand, Wilhelm (Hrsg.). Der Hof Ludwigs XIV. Nach den Denkwürdigkeiten des Herzogs von Saint-Simon. 3., vermehrte Auflage. Lpz., Insel, 1925. Gr.-8° (26 x 18 cm). 526 SS., 1 Bl. Mit

36  Tafeln  +  Faltstammbaum .

Roter Orig.-Maroquin-Bd. im Design von E. R. Weiß mit von zwei Bourbonen-Lilien begleitetem stilisierten L unter Krone als Vorderdeckel-Vignette, 4fach und von Fileten + Bordüren eingefaßt wiederholt auf dem Rücken, Rückenschildchen, Vorderdeckel-Filete, alles goldgeprägt, blaumarmor. Vorsatz + gelbem Lesebändchen. Gelbschnitt.

Vgl. Verzeichnis aller Veröffentlichungen des Insel-Verlags 1899-1924 Seite 71 nebst ganzseitiger Abbildung des Maroquin-Einbandes der Vorzugsausgabe (100 Explre.) der 1913er Erstausgabe im unnumerierten Tafelteil sowie diesbezüglich auch Sarkowski 1388 VA.

Im wiederholenden Einband der  VORZUGSAUSGABE, wie Sarkowski schon für die Zweitauflage von 1922 unbekannt geblieben, für die Bassenge 99/3395 einen solchen vorstellt, gegenüber dem seinerzeitigen und auch hiesigen zusätzlich mit Zierbünden. – Auf Maschinen-Bütten. – Adäquat schönes Exemplar mit nur ganz minimaler Bestoßung dreier Deckelecken, der Stehkante des Rückendeckels und, etwas mehr, der des Rückens selbst.

Fürs Jubiläumsjahr vorgesehen (Katalog: 1924), erschien hiesige dritte Auflage gleichwohl erst 1925. Und wurde die vorangegangene gegenüber der Erstfassung bereits stark erweitert, so anstehende dritte um nochmals 32 Seiten und – erstmals – zwei weitere Tafeln.

Weigand (1863-1949), bewährter Insel-Autor und auch mit seinem 1928er Roman Die Fahrt zur Liebesinsel (Watteau’s Cythera, siehe auch Ridinger’s Cythera Dame) „dem galanten Frankreich des 18. Jahrhunderts (zuge)wandt“ (Martini), war solchermaßen die berufene Feder schlechthin, der neueren Zeit den großen Ludwig-Kritiker, ja, Hasser, Saint-Simon im Extrakt (SS. 229-526 in der Übertragung von Arthur Schurig) und per profundem Überblick Der Hof Ludwigs XIV. und die klassische Kultur der Franzosen (SS. 5-227) zu vermitteln.

„ Über den Schriftsteller Saint-Simon, als über den Meister eines besonderen Stils, herrscht keine Vielfältigkeit des Urteils, er galt von dem Augenblick an, da seine (monumentalen) Denkwürdigkeiten bekannt wurden, als ein Phänomen. Wenn man ihn mit den Meistern der klassischen Prosa seiner Zeit vergleicht, erscheint er ganz erstaunlich modern. Er schert sich den Teufel um akademische Regeln, sondern schöpft als Sprachmeister aus dem vollen … Als Massendarsteller einer ganzen Gesellschaft hat er, im Hinblick auf das Ganze, kaum seinesgleichen in der Weltliteratur … er schreibt mit seinen Nerven, nicht mit seinem Verstand … Die nachstehende … ganz beschränkte Auswahl … umfaßt … bloß die Zeit, da der Herzog in die Öffentlichkeit trat, bis zum Tode Ludwigs XIV. (1715) “

(Weigand 225 ff.).

Erlebt hat Louis de Rouvroy, Herzog von Saint-Simon (1675-1755) also nur die nicht mehr ungetrübte Spätzeit des Sonnenkönigs. Zeuge dessen Glanzzeit, Zeuge dessen, was mit Charles Le Brun als einem der hellsten Sterne das sprichwörtliche Grand Siècle ausmachte, war er mitnichten. Unverzichtbar ist er gleichwohl. Widergespiegelt von der kurzen zeitlichen Abfolge hiesiger dritter zur zweiten Auflage.

Angebots-Nr. 15.278 / EUR  590. / export price EUR  561. (c. US$ 617.) + Versand

Die Rote Serie - eine creation von lüder h. niemeyer Die Rote Serie - eine creation von lüder h. niemeyer