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Der Venuswagen / Exemplar Heinrich Stinnes I/XL

Doktor Heinrich Stinnes’
obligatorische Nummer Eins

Der Venuswagen. Eine Sammlung erotischer Privatdrucke mit

73 ORIGINAL-GRAPHIKEN .

Herausgegeben als PRIVATDRUCKE DER GURLITT-PRESSE von Alfred Richard Meyer (Munkepunke). Erste Folge. 9 Bände (alles Erschienene). Berlin 1919/1920.

Bordeauxrote Orig.-Maroquin-Bände auf 5 Bünden

in Quarto (30,7 × 25 cm [12⅛ × 9⅞ in]) mit blindgeprägter Vorderdeckel-Vignette und ebensolcher Filete auf beiden Deckeln sowie, goldgeprägt, auf dem Rücken, wie auch die Titel, grünen Moiré-Spiegeln + -Vorsätzen sowie Kopfgoldschnitt. Zweiseits unbeschnitten.

Provenienz

Doktor Heinrich Stinnes

(Mülheim/Ruhr 1867 – Köln 1932)

mit Band für Band auf dem Vorsatz der von Erwerbsquelle + Preis begleitete
handschriftliche Besitzeintrag des Sammlers
in tiefschwarzer Tinte
sowie dem roten Sammlungs-Stempel (Lugt 4436) nebst 1/40 im Rand links unten
einer jeden der 73 hiesigen Graphik-Tafeln

Literatur

Das Graphische Jahr, Fritz Gurlitt, 2. Aufl., Berlin 1922, SS. 73 f.; Hayn-Gotendorf, Bibliotheca Germanorum Erotica & Curiosa, Bd. IX (1919), Hrsg. von Paul Englisch, SS. 600 f. + Einzelverweise bei den Titeln; Bilderlexikon der Erotik, Bd. II (1929), 868 f.; Paul Englisch, Geschichte der erotischen Literatur, Berlin 1927, S. 287, 3 + Einzelverweise bei den Titeln; Paul Englisch, Irrgarten der Erotik, Eine Sittengeschichte über das gesamte Gebiet der Welt-Pornographie, Leipzig 1931, S. 299 + Einzelverweise bei den Titeln; L. Lang, Expressionistische Buchillustration in Deutschland 1907-1927, Luzern (1975), 70, 134 + 144.

Venuswagen / Deckelvignette

„ Der Venuswagen hat kräftige Gewürze , saftige Kräuter aus Abendland und Morgenland geladen . Künstler mit Namen geben die Zukost , Herr Alfred Richard Meyer führt die Zügel . Erotik zieht – Erotik zieht besser denn je . Heia wird das eine Fahrt werden … “

(Horst Stobbe in Die Bücherstube, Jg. I, H. 2, SS. 71 f., zitiert nach Hayn-Gotendorf, a. a. O., S. 600).

„ Sämtliche (noch greifbaren) Drucke wurden beschlagnahmt “

(Englisch, Geschichte der erotischen Literatur). Hier indes nicht allein dem Zugriff Iustitias entzogen und solchermaßen ganz komplett, sondern überdies vorliegend in der

Nr. I/XL der VORZUGSAUSGABE

(einmalige Gesamt-Auflagenhöhe 740 Exemplare) auf starkem Bütten und in Leder (so hier) oder Pergament oder auch, wie nicht im Impressum vermerkt, in Seide gebunden. – Serien- wie Einzel-Titel meist in Rot + Schwarz. – Innerhalb der großzügigen Titelei auf Seite 3 jeweils Serien-Vignette – Bildinhalt der ersten Bände später abgeändert – in Lithographie. – Druck der Graphiken auf der Gurlitt-Presse. – Neben dem Moiré-Vorsatz eingangs 2 + am Schluß 1 zusätzliche fliegende Blätter. Auf jedem dem vorderen Moiré-Vorsatz folgendem fliegenden der eigenhändige Besitzeintrag von Dr. Stinnes mit vollem Namen + Erwerbsvermerk in schwarzer Tinte. Die Graphik-Angabe der Titel meist hs. beziffert. – Mit Ausnahme einer der Corinth-Tafeln, s. u.,

sämtliche Graphiken sowie das Impressum

vom jeweiligen Künstler signiert .

  1. Der Serientitel Der Venuswagen nach Friedrich Schillers gleichnamigem Gedicht von 1781 als Band 1 der Reihe mit 8 (7 signierten, so auch Kat. Fischer 406) Farb-Lithographien (15 × 25 [5⅞ × 9⅞ in] bzw. [7] ca. 26 × 21-21,5 cm [10¼ × 8¼-8½ in], 3 davon im Stein bezeichnet mit Ritsch Ratsch, Venusfinger bzw. Inquisitia) von Lovis Corinth (Tapiau 1858 – Zandvoort 1925). 33 Seiten, 1 Blatt Impressum, 2 fliegende Endblätter. – Textdruck von Otto von Holten, Berlin. – Europa auf dem Stier versehentlich unsigniert geblieben. – Bundstege leicht beschabt wie auch je eine Stelle an Oberfeld und Unterkante des Rückens sowie der oberen rechten Vorderdeckel-Ecke.
  2. E. Jouy (= Victor Josephe Etienne, genannt nach seinem Heimatorte de Jouy). Sappho oder Die Lesbierinnen. (1799.) Aus dem Französischen von Balduin Alexander Möllhausen. Mit Titel- + 6 signierten Tafel-Radierungen (ca. 19,5 × 14,5 cm [7⅝ × 5¾ in]) sowie reizvollen Initialen von Otto Schoff (Bremen 1888 – Berlin 1938). 25 Seiten, 1 Blatt Impressum, 2 fliegende Endblätter. – Textdruck von Otto von Holten, Berlin. – Die grünen Spiegel + Vorsätze mit Wasserrand oben. Vorn maximal 4 cm tief und abnehmend durchfärbend auf die ff. beiden weißen Vorsatzblätter, der Stinnes-Besitzeintrag hiervon ebenso unberührt wie hinten die makellose Impressum-Seite mit Römisch I + der Schoff-Signatur. Hinten ansonsten 11 cm tief und stark durchfärbend auf die beiden weißen Schlußblätter, deren erstes vorderseits aber nur noch gering betroffen. Schwach grüner Oberrand dann auf Seiten 9/10 + Folgeradierung, dann durchgängiger, teilweise praktisch nicht wahrnehmbarer schwacher schmaler Braunstreifen, die äußerste Oberkante gelegentlich auch angegrünt. – Je ein Seiden-Deckblatt rechts- bzw. unterrandig schadhaft. – Von den Einband-Wasserstreifen im Grunde nur erwähnenswert der leichte kleine Dunkelrand linkshälftig der Unterkante des Vorderdeckels, ordnungsgemäß registriert ansonsten noch Vorderdeckel oben + dreiseitig am Rückdeckel. Alles in allem gleichwohl nicht weniger, aber auch nicht mehr als ein partieller Ausrutscher bei makelloser Frische alles Übrigen.
  3. Pantschatantra. Fabeln aus dem indischen Liebesleben. Mit 10 signierten Farb-Lithographien mit zusätzlichem Monogramm im Stein (19,5-22 × 16-17,5 cm [7⅝-8⅝ × 6¼-6⅞ in]) sowie einschlägigen großen Kapitel-Initialen und figürlichen Oberleisten + Schlußvignette von Richard Janthur (Zerbst 1883 – Berlin 1956). 47 Seiten, 1 Blatt Impressum. – Textdruck Spamersche Buchdruckerei Leipzig. – Durchgehende Wellung von schwachem Wasserrand im Oberrand, Anfangs- + Schlußblätter etwas stärker. Unten meist nur leichter gewellt und ohne Wasserrand, zudem auch nicht ganz durchgängig. Im Leder nur wenig störende Spur im Oberrand der Deckel. – Ein Seiden-Deckblatt im unteren rechten Rand und Unterrand schadhaft. Dies alles gleichwohl tolerierbar, überspielt von der schönen Typographie und … der starken Bildhaftigkeit der Illustrationen. Eingeschlossen selbst noch die Initialen.
  4. Alfred Richard Meyer. Das Aldegrever=Mädchen. Eine Novelle. 1911. Mit 8 signierten + kolorierten Lithographien („frei, aber nicht erotisch“, H.-G. IX, 400; 19,5-22 × 13-19 cm [7⅝-8⅝ × 5⅛-7½ in]) von Georg Walter Rössner (Leipzig 1885 – Gundelsby 1972) und großer Eingangs-Initiale. 40 Seiten, 1 Blatt Impressum. – Textdruck von Otto von Holten, Berlin. – Titelei in Karminrot + Schwarz. – Impressum korrekt vom Künstler signiert, nicht vom Autor, wie dort irrig vermerkt. – Hinterlegte kleine Randeinrisse, schwacher Braunstreifen im Bug, stellenweise minimal stockfleckig. Minimale Bereibung am oberen Kapital und drei kleine Kratzer am Vorderdeckel unten links.
  5. Henry de Kock / Balduin A. Möllhausen. Der Mord im Kastanienwäldchen oder Die Ereignislose Hochzeitsnacht. Mit 6 signierten Farb-Lithographien mit zusätzlicher Signatur im Stein (18,5 × 15 cm [7¼ × 5⅞ in]) sowie illustriertem Titel von Franz Christophe (Wien 1875 – Berlin 1946). 52 Seiten, 1 Blatt Impressum. – Textdruck von Otto von Holten, Berlin. – Auf dem Vortitelblatt der Titel Henry de Kock / Die Geschichte vom Doktor Schultz. – Titelei in Grün + Schwarz. – Ohne die sammlungsspezifische hs. Angabe der Graphikanzahl auf dem Titel. – Anfangs minimale Stockstippen. – Minimale Abschabungen an oberem Kapital und drei Rückenstegen.
  6. Heinrich Lautensack. Erotische Votiftafeln. Mit 7 signierten Lithographien mit zusätzlicher Signatur im Stein (11,5-20 × 14-15,5 cm [4½-7⅞ × 5½-6⅛ in]) von Willy Jaeckel (Breslau 1888 – Berlin 1944). 32 Seiten, 1 Blatt Impressum. – Textdruck Buchdruckerei Gustav Ascher, Berlin. – Durchgängig in Rot + Schwarz. – Impressum entsprechend auf schwerem holländischen Bütten, nicht 1919er Zanders-Bütten wie von H.-G. vermerkt. – Anfangs nur ein zusätzliches, zudem in die Paginierung einbezogenes fliegendes Blatt. – Eines der Seiden-Deckblätter mit kleinem Ausriß und hinterlegtem Einriß im Unterrand.
  7. (François-Marie Mayeur de Saint-Paul). Die Königliche Orgie oder Die Österreicherin bei Laune. Eine Oper Von einem Leibgardisten veröffentlicht am Tage der Pressefreiheit. 1789. In Musik gesetzt von der Königin. Mit 6 signierten Tafel-Lithographien („erotisch und obszön“, H.-G.; 6,5-9 × 6-14,5 cm [2½-3½ × 2⅜-5¾ in]) sowie 3 reizvollen Vignetten-Lithographien von Paul Scheurich (New York 1883 – Brandenburg 1945). Zum ersten Male in die deutsche Sprache übertragen von Engelbert Nern und mit dessen Nachwort Die Kleinen Gemächer und der Hirschgarten. 38 Seiten, 1 Blatt Impressum, 2 fliegende Endblätter. – Textdruck von Otto von Holten, Berlin. – Der Autor von Herausgeber/Übersetzer unrecherchiert geblieben. – Serien-Vignette in Orange, Titelei in Orange + Schwarz. – Alle 6 Tafeln mit dem Sammlungs-Stempel wie Usus, doch nur fünf auch mit dem hs. 1/40. – Partiell schwacher Schatten eines schmalen Wasserrandes im Unterrand, im Impressum-Blatt und dem sich anschließenden weißen fliegenden etwas stärker. Eines der Seiden-Deckblätter schadhaft.
  8. Wilhelm Heinse. Die Kirschen. Mit 7 signierten Kreide-Lithographien („frei, aber nicht stark erotisch“, H.-G.; 17-20,5 × 10-19 cm [6¾-8⅛ × 4-7½ in]) sowie Vignetten + Oberleisten-Bordüren von Wilhelm Wagner (Hanau 1887 – Bad Saarow 1968). 29 unnum. Blatt, 1 Blatt Impressum. – Textdruck von Otto von Holten, Berlin. – Dem Inhalt angepaßte geänderte Serien-Vignette. – Titel in Rot + Schwarz. – Die schöne große Typographie eigens erwähnenswert. – Eingangs originär nur ein zusätzliches fliegendes Blatt. – Ohne die sammlungsspezifische hs. Angabe der Graphikanzahl auf dem Titel. – Nur ganz gelegentliche Stockstippen. Minimale Bereibung der Oberkante des Rückdeckels.
  9. J(oris) K(arl) Huysmans. Gilles de Rais. Deutsch von August Döppner. Mit 15 signierten Lithographien von Willi Geiger (Schönbrunn b. Landshut 1878 – München 1971) mit zusätzlichem Monogramm im Stein (11-20,5 × 5,5-18 cm [4⅜-8⅛ × 2⅛-7⅛ in]) sowie nur steinsignierter großer figürlicher Schlußvignette und figürlicher Eingangs-Initiale. 40 Seiten, 1 Blatt Impressum, 2 fliegende Endblätter. – Textdruck von Otto von Holten, Berlin. – Nur der Serientitel in Rot + Schwarz bei gleichzeitigem Fortfall der Serien-Vignette. – Die irrige Impressum-Angabe bezüglich nur 35 Vorzugs-Exemplaren hs. in 40 berichtigt. – Ein Seiden-Deckblatt schadhaft. Rückdeckel mit schwacher langer Kratz- und drei minimalen Schabspuren, solche auch am oberen Kapital und den Rückenstegen.

Unbeschadet beschriebener und, für sich allein gesehen, durchaus störender Erhaltensmängel zweier Bände erwartet Sie ein

ausgezeichneter Erhaltungszustand + als Ganzes eine Augenweide ,

die besagte Mängel souverän überspielt. Dieses Exemplar ist schlichtweg

ein von Provenienz + Römisch I unwiederholbar geadeltes Gesamtkunstwerk .

Angebots-Nr. 15.648 / Preis auf Anfrage

Heinrich Stinnes, Sammlermarke
Heinrich Stinnes, 1/40.

Die Rote Serie - eine creation von lüder h. niemeyer Die Rote Serie - eine creation von lüder h. niemeyer