English

Einer jener „ Augäpfel von Bibliophilen … überhaupt zu kostbar , um gelesen zu werden “
FAZ 26.1.08

Dostojewskij, Idiot (Aglaja Fore-edge-Einband)

Dostojewskij’s  Der Idiot  in

Aglaja

Fore-edge Painting-Einband

Dostojewski, F(jodor) M(ichailowitsch). Der Idiot. Roman. Aus d. Russ. von E. K. Rahsin (d. i. Elisabeth Kaerrick [Pernau, Livland, 1886 – München 1966]). 19./20. T. Mchn., R. Piper & Co., 1920. 19,5 x 12,3 cm. XVIII, 1182 SS.

Dostojewskij, Idiot (Aglaja Fore-edge-Einband)

Bordeauxroter  geglätteter  Halb-Maroquinband

mit  faszinierend  changierenden  Deckelbezügen

mehrfarbig  marmorierten  Silberpapiers ,

Deckel-Blindfilete , vergoldetem Rückentitel

nebst Goldfilete , 7 vergoldeten Kapitalstehkantenfileten

als Übergang zu oben + unten punziertem ,

an  der  Stirnseite  indes  untermaltem  Goldschnitt

– Fore-edge  Painting –

in  Holzfurnier-Schuber

mit  bordeauxroten  Maroquinkanten  am  Einschub

( R. Meuter )

Dostojewskikij, Idiot: Aglaja Fore-edge Painting Dünndruckausgabe des „zweite(n) der fünf großen Roman=Epen, die Dostojewski (Moskau 1821 – Petersburg 1880) geschrieben hat, Ende des Jahres 1867 in Genf begonnen und Ende des Jahres 1868 in Mailand beendet worden. Das Werk steht somit in der zeitlichen Folge in Abständen von je etwa zwei Jahren zwischen ‚Rodion Raskolnikoff‘ und den ‚Dämonen‘“ (Rahsin). Mit

Aglaja

als einer der weiblichen Hauptpersonen und solchermaßen Gegenstand der Vorderschnitt-Untermalung :

Die  schöne  rothaarige  Aglaja  in  Petersburger  Tracht

– weiter , blau-rot-grün gemusterter Rock , geschnürte Schleifenschuhe , im Haar grüne Perlen , um den Hals eine Malachitkette –

in  ganzer  Figur  mit  rückseits  kokett  verschränkten  Händen

am  Petersburger  Fontanka-Kanal

mit Häuserzeile am jenseitigen Ufer, hinter der zu beiden Seiten die Zwiebeltürme von Kirchen aufragen, deren rechte an die Christi Auferstehungskirchen denken läßt.

Unsichtbar in geschlossenem Zustand, präsentiert sich das Bild beim Auffächern des Buchblocks, hier als Ein-Bild-Version nach beiden Seiten, ausgeführt auf dem Längsschnitt, dessen anschließende Vergoldung sich infolge seiner Rundung „besonders schwierig“ (Löffler-Kirchner) gestaltet.

Vorkommend auch seitenabhängige Doppelmalerei, indes bei dreifacher ein Bild bereits im geschlossenen Zustand sichtbar ist. Generell geht solche

unikate  Schnittverzierung

– ursprünglich symbolische Zeichen, später namentlich heraldische – bis ins 10. Jahrhundert zurück, um sich gegen Mitte des 18. auf Bildthemen jeglicher Art auszuweiten. Die im geschlossenen Zustand unsichtbare Ausführung, wie hier, geht auf 1649 zurück, erstes datiertes Beispiel hierfür 1653 auf einer 1651er Bibel. Der Goldschnitt seinerseits gründet sich auf die italienischen Renaissance-Einbände des 15. Jahrhunderts.

Hier  denn  eine  dieser  raren  bibliophilen  Kostbarkeiten

in  einem  Beispiel  unserer  Zeit . Herrlich  prononciert  inhaltsbezogen  auf  ein  Stück  Weltliteratur , dessen  „ Helden … Wegbereiter  einer  neuen  Welt  (sind) : der  Roman  Dostojewskis  ist  der  Mythos  des  neuen  Menschen  und  seiner

Geburt  aus  dem  Schoße  der  russischen  Seele “

(Stefan Zweig, Dostojewski, in Baumeister der Welt, Ffm., 1966, Seite 99).

Angebots-Nr. 15.688 / EUR  1700. / export price EUR  1615. (c. US$ 1867.) + Versand

Die Rote Serie - eine creation von lüder h. niemeyer Die Rote Serie - eine creation von lüder h. niemeyer