als ein weltweit unikates Sammlungsstück
Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Die von verschidenen Arthen der Hunden behaezte Jagtbare Thiere / Mit anmerckungen wie solche von denenselben gejagt, angefallen, gefangen, gehalten, nidergezogen, und theils gewürget werden … Vorgestellet und heraus gegeben von Johann Elias Ridinger Mahler und Kupferstecher auch der Augspurgischen Academie Directori Anno 1761. Folge der 22 Blatt.

Gestochener Titel mit großer Sauhatz-Vignette
+
21 Kupfertafeln
(28,4-28,8 x 24,8-25,3 cm) in der für Ridinger und seine Zeit typischen Mischtechnik von Radierung + Kupferstich.
Bordeauxroter Maroquin-Band
mit 4 imit. Bünden, 2 dunkelgrünen goldgeprägten Rückenschildern, goldgepr. 2teil. Titel auf Vorder- und verkleinertem Ridinger-Hirsch aus dem Abendblatt (Th. 240) der Vier Tageszeiten der Hirsche auf Rückdeckel, Goldfilete auf beiden sowie ridinger handlung niemeyer auf vorderem Innenspiegel unten, alles 23,5karätig,
in gleichartiger Kassette
nebst
hier unter Berichtigung Thienemann’s, der die Platten dieser Folge 1856 noch für verloren hielt, nahtlos bis weit über Thieme-Becker (Bd. XXVIII, 1933, S. 308) hinaus direkt bis in den Ridinger-Nachlaß recherchierter
originaler Druck-Platte zum Titel
im Gegensinn (28,6 x 25,5 cm) als unter Polykarbonatglas (alterungs- + UV-beständiger als Plexiglas, aber ebenso kratzempfindlich) auf den Vorderdeckel eingelegtem, herausnehmbarem Außen-Solitär, darüber der Künstler-Name, darunter

– Le Grand Exemplaire –
und auf dem Innenspiegel des Vorderdeckels ridinger handlung niemeyer, alles goldgeprägt wie vor.
Thienemann + Schwarz 139-160; Weigel, Kunstlager-Cat., XXVIII, 13 A (?, evt. Zwischenzustand, von A-C); Nagler 16; Coppenrath Abt. II, 1464; Schwerdt III (1928), 137 ( „An interesting series“ ). – Abbildungen: Schwarz I, Taf. VIII; Stubbe, Ridinger, 1966, Taf. 14-16; Ridinger-Katalog Kielce, 1997, 49-57 nebst Abb. SS. 38-41.
Altem umfangreichen Sammlungsbesitz entstammendes Exemplar
von ganz einheitlicher Druckqualität
bei mit 54,5-56 x 36,5-38 cm Blattgröße größter Breitrandigkeit ,
will heißen,
3seits unbeschnitten
mit den originalen Büttenrändern (sic!),
indes der vor Bindung linksseitige glatte Schnitt bei praktisch voller Wahrung der rechtsrandigen ca. 6 cm daran denken läßt, daß je zwei Blatt auf einen Bogen gedruckt worden sind, was dem Format der von einer Platte gedruckten Ridinger’schen Imperialen, Th. 67/68, entspräche. Mangels jeglicher Marmorierungs- und früherer Heftspuren ist die Folge zuvor offensichtlich nie gebunden gewesen. Nur der abweichend auf besonders schwerem Bütten abgezogene leicht randschmuddelige und rechtsseits etwas rissige Titel auch oben glattkantig und mit nur 53 cm eine Idee kürzer.
Zum Vergleich :
Schwerdt’s Exemplar erreichte bereits das Ende seiner Saufeder bei nur 44,5 x 29,8 cm Blattgröße !
Vereinzelt typograph. Wz. – Drei Blatt mit ursprünglichem Kleinausriß bzw. kleinem Doppelloch in äußerster Randecke. Leichte Quetschspur im weißen Außenrand von XI, die äußerste weiße Plattenecke tangierende geglättete diagonale Faltspur im linken Seiten-/Unterrand und auf den äußeren weißen Oberrand beschränkte zweite bei XII. Überwiegend auf die rechte Blatthälfte beschränkte und hier nur außerhalb des Bildes etwas störend bemerkbare generelle Papierquetschung bei VII.
Enthält :
Der Auer Ochse (recte der europ. Wisent/Büffel, Bison europaens Ow.) – Der Baehr („ … so gibt es einen guten Stich von einem mit Hunden kämpfenden Bären, Tafel 14“, Stubbe) – Der Elends Hirsch – Der Edle Hirsch – Die Wilde Sau oder Schwein – Der Wolff – Der Weisse Thann Hirsch (Damhirsch) – Der Wilde Schwan („wohl der seltnere Singschwan“) – Der Luchs – Das Rennthier – Das Rehe – Die Gemse – Der Fuchs – Der Biber – Der Fisch Otter – Die Wilde Katze – Der Hase – Der Dachs – Der Marder – Der Iltis, Eichhörnlein und Wiesel – Wilde Enten .
Thienemann :
„ Das wäre also ein Thema mit 21 Variationen … Welch’ eine Abwechslung, welch’ eine Wahrheit im Ausdruck der Leidenschaften! Ja er ist in Wahrheit ein Thierseelenmaler. Daher sprechen uns seine Werke so ungemein an, daher können wir uns nicht satt an ihnen sehen, daher bleibt er … immer neu , werthvoll und geachtet … (E)ine von den späteren Arbeiten Ridinger’s, die er aber ganz selbst gefertigt hat … “
Die Darstellungen oben gerundet. – Mit 9-13zeiligem Untertext zum Wilde selbst wie zu Auswahl + Einsatz der unterschiedlichen Rassen seiner Gegner. In dieser Instruktivität ganz im Sinne Stubbe’s, der gelegentlich der Par force Jagd-Folge als weiterem Spätwerk ausführt (Seite 30) :
„ … und ihre Unterschriften … bring(en) zudem die angenehme Befriedigung,
die gute, von Grund auf entwickelte Informationen zu bereiten vermögen.
Ein Leben voller Jagderfahrungen ,
ein mit denkbar wacher Aufmerksamkeit in vielen Jahren erworbenes Wissen von den Ursachen und Überlegungen, die zu den einzelnen Maßnahmen und Gebräuchen bei der Jagd führen, befähigten den Künstler, alle Arten der Jagd
nicht nur ihrem Vollzug nach ,
sondern vor allem aus ihren Gründen heraus
zu erklären. Das geschieht … in aller Kürze … der knappe Raum unter den Bildern genügt zu intensiven, dabei leicht verständlichen Erläuterungen in gestochener Schrift. “
Und so ist es hiesige ganz außerordentliche Genugtuung und Freude zugleich, nach den früher hier durchgelaufenen Exemplaren der Sammlung Dr. Luza, Amsterdam (1982) und innerhalb des zweiten der beiden Pompadour-Bände der Marjoribank-Folios (1998) diese
textlich wie optisch so großartige Hommage auf unsere Hunde –
„ Der Hunde pflege laß dir sehr empfohlen seyn
aus finstrem Lager treibst du wohl ein wildes Schwein
durch diser Bellen auf ! “
( Untertext der Titelvignette ) –
nicht allein erneut vorlegen zu können, sondern in Gemeinschaft mit der originalen Titel-Platte und der von drei unbeschnittenen Seiten gekrönten Breitrandigkeit als
ein wahrhaft

grand et unique exemplaire de luxe
für elitäre Plazierung. Als ein provozierend unnahbar souveräner Blickfang, beneidet widerspiegelnd die Noblesse des Hauses.
Daß die Druck-Platte vom Meister eigenhändig allein gearbeitet ist ,
sei eigens erwähnt. Mittels feinen Lackauftrags vor Anlaufen geschützt, ist sie im Rahmen ihres altersmäßigen Gebrauchs generell noch druckfähig, doch wird für die schlußendliche Druckqualität keine Gewähr geleistet. Ganz unabhängig hiervon dürften Sie gleichwohl
dieses unvergleichliche

ob seiner Schönheit als Gesamtkunstwerk
immer wieder voll innerer Berührung betrachten.
Angebots-Nr. 28.822 / Preis auf Anfrage


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